Urlaubs-Logbuch mitten in Deutschland: Bergpark Wilhelmshöhe, eine Herkules-Aufgabe

Jun 162024

geschrieben von Ely

Bisher war mir auf den Berg laufen, Steinhaufen anschauen, wieder runterlaufen seeehr geläufig. Das galt fast als all-wochenendliche Freizeitgestaltung.
Die Temperatur war heute auf einem sehr angenehmen Niveau. Die Leinenträger haben den richtigen Parkplatz gefunden, auch wenn sie dafür einen Blechkasten bestechen mussten. Der Blechkasten hat ihnen dann einen Freiparkschein ausgestellt. Ergo konnte es los gehen.
Von der Blechkutsche ging es gleich bergan, da war ich noch nicht mal richtig warm gelaufen. Ich mache mal lieber gleich vorsichtshalber ein paar Schritte langsamer, denn ich weiß ja nicht, was die noch vor haben. Da kamen mir die vielen fremden Menschen gerade recht, da konnte man immer anhalten und warten bis diese vorbei sind.
Bislang habe ich die Worte "Burg" und "Schloß" von meinen Leinenträgern immer mit "oh da braucht man jetzt viel Fantasie um sich vorzustellen wie das mal aussah" in Verbindung gebracht. Hier war das mal gleich ganz anders: 1. das Schloss sah spitzenmäßig aus und das war dermaßen groß, mindestens eine Hasenfang-Distanz um es zu umrunden, 2. gab es noch viele weitere Bauwerke die völlig in Ordnung waren und keine Ruinen. Naja immerhin, nun geht es mal ein Stück eben dahin. Aber wenn ich so den anderen Menschen zu sah, strebten die alle einen großen Hügel hinauf und faselten etwas von Herkules. Es scheint wohl heute unsere Aufgabe zu sein, diesen Herkules zu finden. Also ging es stetig einen Hügel hinauf und die Wege darauf waren horizontal bucklig (den Spruch habe ich mir von Carlotta geliehen, sie beschreibt damit verschlugene Wege). Irgendwann hatten wir es endlich geschafft, der Herkules tauchte auf. Eine etwas grün angelaufene Figur ganz hoch oben auf einem Gebäude, sehr weit weg. Umgeben war das ganze von Steinhaufen und Treppen. Also Leute, Aufgabe erfüllt - Herkules gefunden!
Nun kam das was kommen musste, Berg hinauf heißt auch Berg hinab. Bekanntlich läuft es sich vom Berg fast schon von allein hinunter und nach ein paar Bremskurven hatten wir es schon fast zurück zum Schloß Wilhelmshöhe geschafft gehabt. Tja ich mag ja Wortspiele gerne und was Menschen manchmal so machen ist echt verwunderlich. Aber so eine Radau-Maschine (Radlader) die eine große Palme herum fährt brachte Manu sehr zum entsetzen. Oder auch auf die Palme. In diesem Fall ging er schlagartig der Leinenträgerin rückwärts zwischen den Beinen durch, was sehr lustig aussah. Die Leinenträgerin fand das gar nicht spassig und hielt mit einem wilden Gefuchtel die fahrende Palme an. Als die Palme zum Stillstand kam, war Manu's Welt nach kurzer Zeit wieder in Ordnung und wir konnten unseren Weg fortsetzen. Ich gebe Manuel wirklich recht, fahrende Bäume sind sehr ungewöhnlich.
Nach diesem Zwischenfall haben wir uns dann am Schloß vorbei Richtung Blechkutsche geschlichen. Es war wirklich beeindruckend, was die Leinenträger da als Ausflugsziel herausgesucht haben. Immerhin weiß ich jetzt, dass es Burgen und Schlößer auch im Zustand 1a, also ganz gibt. Sowas schaue ich mir echt viel lieber an. Das würde ich ja ganz gerne öfters machen, aber bitte nicht mit so viel bergauf und bergab.

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Im Hintergrund Schloß Wilhelmshöhe

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Urlaubslogbuch Erzgebirge: Heute bin ich mal Burgfräulein

Jul 312022

geschrieben von Ely

Man hat ja mal wirklich auf mich gehört. Es ist doch tatsächlich möglich zu unseren Ausflugszielen näher hinzufahren und nicht ewig hin laufen zu müssen, vor allem bei der Hitze. Und so wie ich das mitbekommen habe, war die Anfahrt auf Burgruine Elsterberg mindestens so ereignisreich und spannend, wie wenn wir uns nur im Wald herum treiben. Nach endlosen Schleichfahrten in der rollenden Blechbüchse hatten die Leinenträger endlich ein Blechbüchsen-Aufenthalts-Örtchen nahezu direkt vor der Burg gefunden. Großes Lob! Geht doch.
Die restlichen Meter zur Burg waren erfreulicherweise schnell überwunden. Was ich aber nicht ganz verstand: dort waren ein paar andere Zweibeiner, die wie wild an dem alten Gemäuer herum hämmerten. Wenn ihr so weiter macht, ist von dem Gemäuer bald nix mehr über, so brüchig und bröselig wie das aussieht. Ganz erschließt es sich mir mit diesen kaputten Bauwerken eh nicht, denn zu Hause bringen doch die Leinenträger auch gleich alles wieder in Ordnung, wenn etwas kaputt geht. Oder sie kennen zumindest andere Zweibeiner die dann das für sie tun. Komische Burgherren sind das hier.
Auch habe ich so ein bisschen den Eindruck, dass ihr Burgherren euch ziemlich verzettelt habt: ihr hättet doch wenigstens einen Teil der Burg reparieren können, wenn es schon nicht für das große Ganze reicht. Aber wenn die Burgherren schon nicht mehr zu gegen sind, macht es umso mehr Spaß mit Carlotta und Manu hier durch die alten Mauern zu schnüffeln. Da gibt es ja fast hinter jedem Eck etwas neues zu entdecken. Selbst unsere Schlaftablette im Team, Manu, hat doch tatsächlich noch Spaß dran gefunden sich in diesem Steine-Labyrinth um zu schauen. Und nein, auch wenn die Leinenträger zu dir oft "Prinz Valium" sagen, du wirst hier nicht Burgherr! Denn heute habe ich mal die Krone auf und bin Burgfräulein.

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Wandern oder 3 Galgo's auf der Pirsch?

Apr 212022

geschrieben von Ely

So nun liebe Leser, jetzt nach einem dreiviertel Jahr Aufenthalt melde ich, Ely, mich mal zu Wort. Ich muss ja zugeben, mit euren Wochenend-Wanderungen, habe ich bisher nicht so viel anfangen können. Also ich muss schon sagen, bei welchem Jagdvolk bin ich denn hier gelandet, die bringen es ja noch nicht mal fertig Wild aufzustöbern. Und wenn, dann war die Wildsichtung äußerster Zufall. Wie heißt es immer so schön? Mit dem Alter wächst auch die Erfahrung. Wenn es ums jagen geht, da kann ich eine ganze Menge Erfahrung beisteuern.
Aber die letzten 2, 3 Ausflüge haben Licht am Ende des Tunnels erkennen lassen. Die Tour-Planung für unsere Ostermontag's Wanderung hat mal ausnahmsweise der Leinenträger gemacht und siehe da, da geht der Punk ab. Kaum mal so richtig los gelaufen, waren wir doch gleich mal von einer großen Anzahl Rehe umgeben. So richtig mitbekommen habe ich es erst, weil die Leinenträger nervös durch die Landschaft schauten und manchmal ist es ja auch ratsam es ihnen gleich zu tun. [Anmerkung der Leinenträger: Aktueller Abstand zu den ca. 15 Rehen 150 Meter.] Aber so richtig Spaß wollte erstmal nicht aufkommen. Da das Rehvolk auch nur herum stand. Wie heißt es so schön, wer Geduld hat wird belohnt! Da machte sich doch eine Gruppe von 10 Rehen auf uns zur Jagd aufzufordern. Das war so offensichtlich, dass sogar unsere Schnarchnase Manu es kapiert hat, dass es da was jagdbares gibt.
Hey Lottl, lass die Schreierei - du verscheuchst die Rehe ja richtig. Prima, da haben wir den Salat, die Leinenträger sind er Meinung das das Wild bereits zu weit weg ist um sich auf die Pirsch zu begeben. Da konnte ich noch soweit auf Kopfhöhe des Leinenträgers hoch springen, mich in der Luft drehen und herumwirbeln, jagen durfte ich trotzdem nicht. Und Manu, nur der reine Vorwärtsdrang befreit dich nicht aus dem Geschirr.
Die ganze Aufregerei hilft nichts, also Krone richten - weiter laufen - auf die nächste Gelegenheit warten. Mehrere Galgosprünge weiter, war da schon wieder eine Rehversammlung. Aber so richtig Bock, uns Galgo's eine Jagdeinladung auszusprechen, war bei den Rehen nicht. Also weiterlaufen und abwarten...
Ich denke, den Manu muss ich mal unter meine Fittiche nehmen, denn so richtig drauf hat er es nicht. Da saßen neben unseren Weg, in so einem Wiesetümpel, zwei von denen Plantschfeder-Flattertieren und krakelten munter umher. Manu wollte schon gleich losstürmen, aber mein dezenter Hinweise an ihn mit: "...die erwischt du nie!", sollte recht behalten. Denn er konnte noch nicht mal los laufen da sind die Plantschfeder-Flattertiere davon geflogen. [Anmerkung der Redaktion: Gemeint sind Wildgänse]
Sollten die Leinenträger tatsächlich doch noch gelernt haben, was für uns Galgo's Spaß heißt? Da wurde doch glatt vom Weg in die nächste Donauried-Wiese abgezweigt, über einen kleinen Wassergraben gehüpft und weiter querfeldein gelaufen. Hmm, schade, keiner der Flitzeviecher mit den langen Ohren da gewesen. Ansich waren die Leinenträger auf der Wiese gar nicht so verkehrt, die Lokation hätte gepasst, aber leider nix da.
[Anmerkung der Leinenträger: Der Abzweig in die Wiese war eine reine Vorsichtsmaßnahme, da die Galgo-Nerven schon zum zerreißen gespannt waren und wir frontal auf ein Reh in nicht allzu großer Ferne zu liefen. Da war der Wechsel auf einen parallelen Feldweg eine sehr willkommene Gelegenheit.]
Der Leinenträger war aber wirklich ein ambitionierter Streckenplaner, es war dann gut, das nichts mehr zum jagen auftauchte. Wir mussten alle 3 unsere Kräfte gut einteilen und waren heilfroh, in der Ferne die selbst rollende Blechbüchse zu sehen. Puhh, dass war weit. 9,4 Kilometer später kamen wir glücklich, aber müde zurück am Auto an.

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Im Donaumoos

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